Energy Community in Südtirol: erste Ergebnisse übertreffen die Erwartungen

Der Energiedienstleister Alperia hat mit Regalgrid Europe, ein führendes Unternehmen im Bereich digitale Energiedienstleistungen, vor zwei Jahren eine der ersten Energy Communities in Italien gegründet. Dabei wird lokal erzeugte Energie aus erneuerbaren Quellen gemeinschaftlich genutzt. Heute die Bestätigung von Eurac Research: Die Effizienz der Energy Community von Alperia und Regalgrid übertrifft die Erwartungen.

Das Konzept dieser sogenannten Energiegemeinschaften ist einfach: Erneuerbare Energie, die in eigenen Photovoltaik- und Windkraftanlagen erzeugt wird, soll lokal verfügbar gemacht werden, damit mehrere untereinander vernetzte Verbraucher diese nutzen können. Komplexer ist dagegen die dahinterliegende Technologie, die eine Optimierung der Energieflüsse ermöglicht, um zugunsten von Verbrauchern und Umwelt so viel wie möglich der selbst erzeugte erneuerbare Energie zu nutzen. Die Optimierung und Innovation der Technologien zur Energieverteilung ist Teil der Strategie von Alperia, mit der das Unternehmen sich das ehrgeizige Ziel setzt, Südtirol auf nationaler Ebene zu einem Vorbild zu machen und einen konkreten Mehrwert für seine Bürger zu schaffen. 

Vor zwei Jahren, bevor das neue „Milleproroghe“-Gesetz die Energie-Gemeinschaften gefördert hat, schufen Alperia und Regalgrid im NOI-Techpark in Bozen eine der ersten italienischen Energy Communities. Diese erste Südtiroler Energiegemeinschaft setzt sich aus sieben „Consumers“ (Verbraucher) und „Prosumers“ (Nutzer, die Energie nicht nur verbrauchen, sondern auch produzieren) zusammen und verbindet die Photovoltaikanlage auf dem Dach des NOI-Teckparks mit den Nutzern im Inneren, die entsprechend mit Wechselrichtern, sogenannten Invertern, und Energiespeichersystemen (Batterien) ausgestattet wurden. Die innovative, von Regalgrid patentierte Technologie, basiert auf speziellen Geräten, die nicht nur das gesamte System durch die Übertragung von Energiedaten vernetzen, sondern auch in der Lage sind, Energieerzeugungsanlagen und Energiespeicheranlagen zu aktivieren. Durch einen von Regalgrid entwickelten Algorithmus analysiert das System die Verbrauchsprofile, steuert automatisch und optimiert die Energieflüsse, um die verfügbare Energie bestmöglich zu nutzen. Dank einer digitalen Plattform können die Nutzer die selbst erzeugte und verbrauchte Energie in Echtzeit überwachen und verwalten, sowohl auf Ebene des einzelnen Nutzers als auch auf Ebene der gesamten Energy Community. Ziel ist die größtmögliche Nutzung der selbst erzeugten Energie innerhalb der Gemeinschaft.

Um das Potenzial und die Wirksamkeit des Systems zu erforschen, entwickelte Eurac Research ein Modell, das die Energy Community von Alperia im NOI-Techpark nachbildet. So kann der Betrieb mit den realen Energieproduktions- und Verbrauchsdaten simuliert und getestet werden. „Die ersten Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Nutzung der selbst produzierten Energie innerhalb dieser Energy Community doppelt so hoch ist als in einer Situation, in der Energie nicht geteilt wird", erklärt David Moser, Leiter der Eurac-Forschungsgruppe für photovoltaische Systeme. „Ein noch überraschenderes Ergebnis, wenn man es mit dem aktuellen Stand der Technik anderer Energiegemeinschaften vergleicht: Bei der Energiegemeinschaft im NOI-Techpark liegt die Nutzung des selbst erzeugten Stroms 20 % über den in der Fachliteratur angegeben Vergleichsdaten.“

„Für uns sind diese Ergebnisse sehr ermutigend", sagt Johann Wohlfarter, CEO von Alperia. „Wir setzen auf modernste Technologie, mit dem Ziel unseren Kunden den bestmöglichen Dienst anzubieten und gleichzeitig die Energieressourcen für mehr Nachhaltigkeit optimal zu nutzen. Dieses Projekt spiegelt unsere Bemühungen wider, den Energiesektor zu revolutionieren und ihn intelligenter, digitaler und effizienter zu gestalten.“

„Die Mission von Regalgrid wurde in diesem gemeinsamen Projekt mit Alperia voll und ganz verwirklicht“, sagt Davide Spotti, Präsident von Regalgrid Europe srl: „Unsere digitale Plattform entwickelt sich zum Referenzstandard für eine intelligente Interaktion zwischen verschiedenen Geräten und Energieanlagen, um Energiegemeinschaften, Anbietern von erneuerbarer Energie aber auch den einzelnen Verbrauchern neue Vorteile,  wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit, zu garantieren. Dass diese bemerkenswerten Ergebnisse, die über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren erzielt wurden, auch von einer Forschungseinrichtung wie der Eurac zertifiziert und anerkannt wurden, freut uns besonders.“ 

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