Ein Großteil des 40 km langen Ultentals ist heute von einem ausgedehnten, komplexen Netzwerk aus Stollen, Druckleitungen und Wasserbauten durchzogen. Im Zeitraum von nur zwei Jahrzehnten, zwischen 1949 und 1969, hat sich das Ultental in ein „Energietal” verwandelt. Es wurden sechs Stauseen angelegt, welche fünf Wasserkraftwerke speisen – die Kraftwerke Weißbrunn, St.Walburg, Kuppelwies, St. Pankraz und Lana, zu denen sich 2014 noch das kleine Restwasserkraftwerk St. Pankraz gesellte.

Die durchschnittliche Jahresproduktion der Anlagen beläuft sich auf rund 390 Millionen Kilowattstunden: Das bedeutet, dass im Ultental etwa 8 Prozent der gesamten Wasserkrafterzeugung Südtirols produziert wird – die Energie mit der rund 85.000 Haushalte versorgt werden können. Mit einer Produktion von rund 180 Millionen kWh ist Lana das größte Wasserkraftwerk, gefolgt von St.Pankraz, St. Walburg und den kleineren Kraftwerken Kuppelwies, Weißbrunn und St. Pankraz.

Vom hoch gelegenen Talschluss bis zum Talausgang bei Lana wird das Wasser der Falschauer und ihrer Nebenbäche systematisch zur Stromproduktion genutzt. Wie in einer Reihe von Kaskaden sind Stauseen und Kraftwerke angeordnet, so kann die Kraft des Wasser mehrmals genutzt werden– effizient und im Einklang mit der Natur.

 

 

Restwasserkraftwerk St. Pankraz

Das Restwasserkraftwerk St. Pankraz, am Fuße des gleichnamigen Stausees, ging 2014 in Betrieb.
Die für die Energieerzeugung im Kraftwerk verwendete Restwassermenge wird direkt dem Ableitungsstollen des Kraftwerks Lana entnommen, das vom Pankrazer Stausee versorgt wird. Über eine unterirdische Druckleitung wird das Wasser zur Turbine befördert und dann wieder der Falschauer zugeführt.

Das Restwasserkraftwerk produziert jährlich im Schnitt rund 1,8 GWh, was in etwa dem Stromverbrauch von 545 Familien entspricht.