Warum ein Pumpspeicherwerk?
Um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu begrenzen, ist eine grundlegende Transformation unseres Energiesystems erforderlich. Die Energiewende verfolgt das Ziel, die Energieversorgung schrittweise auf erneuerbare Energiequellen umzustellen und dadurch den Ausstoß von Treibhausgasen nachhaltig zu reduzieren.
Erneuerbare Energien wie Sonnen- und Windkraft leisten dabei einen wesentlichen Beitrag, da sie saubere und kostengünstige Energie liefern. Um die Ziele des Südtiroler Klimaplans zu erreichen, sollen mittelfristig 800 MW zusätzliche Photovoltaikanlagen errichtet werden. Da Sonnen- und Windenergie wetterabhängig sind, werden Energiespeicher benötigt, um diese schwankende Produktion auszugleichen und eine sichere Stromversorgung jederzeit zu gewährleisten.
Pumpspeicherkraftwerke zählen weltweit zu den bewährtesten Technologien zur Speicherung elektrischer Energie. Sie zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer, hohe Zuverlässigkeit und einen hohen energetischen Wirkungsgrad aus. Im Allgemeinen besteht ein Pumpspeicherwerk aus zwei in unterschiedlicher Höhe angeordneten Stauanlagen. Zur Speicherung der Energie wird Wasser mit überschüssigem Strom aus dem Stromnetz von einem tiefer gelegenen Staubecken in ein höher gelegenes Becken gepumpt. In Phasen hohen Strombedarfs kann das Wasser aus dem höher gelegenen Becken in Richtung des tiefer gelegenen Beckens abgegeben werden und so über eine Turbinen-Generator-Gruppe Strom erzeugen.
Im Einklang mit dem Südtiroler Klimaplan sieht Alperia in seinem Industrieplan 2023-2027 die Entwicklung von Speichersystemen, einschließlich Pumpsystemen, vor.
Warum ein Pumpspeicherwerk im Ultental?
Nach Prüfung verschiedener Standorte, ist das Gebiet zwischen dem Arzkarsee und dem Zoggler-Stausee im Ultental ein idealer Standort für ein Pumpspeicherwerk. Aufgrund des großen Höhenunterschieds von rund 1.100 Metern sowie zwei bestehenden Stauseen mit entsprechendem Speichervolumen bieten sich hervorragende Bedingungen für die Energiespeicherung. Die beiden bestehenden Speicherbecken müssten weder erweitert werden, noch würde zusätzliches Wasser vom Wasserkreislauf entnommen werden. Im Wesentlichen würde eine unterirdische Verbindung zwischen den beiden Stauseen realisiert werden.
Die Projektidee
Die Projektidee beinhaltet den Bau eines Pumpspeicherkraftwerks im Ultental in der Nähe von Kuppelwies und St. Walburg mit einer geplanten Leistung von 400 MW. Dabei handelt es sich um eine unterirdische Verbindung zwischen dem Arzkarsee (12,8 Mio. m³) und dem Zoggler-Stausee (33 Mio. m³) über unterirdische Stollen entlang der orografisch linken Seite des Kuppelwieser Tals. Auch das Kraftwerk selbst würde in einer Kaverne vollständig unterirdisch gebaut. Nach der Fertigstellung des Baus würden nur noch die Zufahrtsstraße zum Stollen 2, eine Belüftungsöffnung beim Wasserschloss und drei Zugangsportale sichtbar sein: Ein Zugangsportal in der Nähe des Azkarsees, eines beim Zoggler-Stausee und eines bei der Apparatekammer am Kopf des Druckabstiegs.
Übersicht Projektvariante
Standorte der bleibenden oberirdischen Bauwerke
Detailsicht der oberirdischen Bauwerke
Fenster 1 - Arzkar
Belüftungsfenster
Fenster 2 – Apparatekammer und Zufahrtsweg
Zugangsportal Kavernenkrafthaus