Wie werden Quellen und Geologie untersucht?
Was bedeutet die Projektidee für die Quellen?
Die Untersuchung von Quellen ist von entscheidender Bedeutung, da Tunneltrassen grundwasserführende Schichten und Quellaustritte beeinträchtigen können, was zu einer Verminderung oder einem vollständigen Versiegen von Quellen führen kann. Eine frühzeitige hydrogeologische Analyse ermöglicht es, Risiken für die Wasserversorgung und für grundwasserabhängige Ökosysteme zu erkennen, geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen und die Genehmigungsfähigkeit des Projekts sicherzustellen. Auf Forderung des Bürgerinnen- und Bürgerrats Ulten sowie der Arbeitsgruppe werden bereits in dieser Phase die örtlichen Quellen im Untersuchungsgebiet, die für Trink- und Brauchwasserzwecke genutzt werden und von den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern gemeldet wurden, im Rahmen eines hydrogeologischen Monitorings regelmäßig überwacht. Ziel ist es, die Funktionsweise der einzelnen Wasserquellen besser zu verstehen, ihre Herkunft zu bestimmen sowie ihr Schüttungs- und Verhaltensmuster zu analysieren. Ergänzend dazu liefern geologische Erkundungsbohrungen vertiefte Erkenntnisse zur hydrogeologischen Situation im Untergrund. Auf diese Weise soll eine verlässliche Datengrundlage für die Bewertung möglicher Auswirkungen der Projektidee geschaffen werden
Wie ist der aktuelle Stand?
Seit Herbst 2025 werden alle angemeldeten Quellen, die für Trinkwasser und Brauchwasser genutzt werden, insgesamt 24, wiederholt gemessen.
Was bringt das Monitoring?
Die Untersuchung der Quellen – vor und während einer möglichen Bauphase des Pumpspeicherprojekts – bietet mehrere wichtige Vorteile:
- Man kann erkennen, woher das Quellwasser kommt (zum Beispiel aus Poren- oder Kluftgestein). So lässt sich abschätzen, ob der tief liegende Tunnelbau eine Quelleüberhaupt beeinflussen könnte.Durch die Messung der Wassermengen und die Kenntnis des bestehenden Leitungsnetzes kann ein wirksamer Notfallplan erstellt werden, falls einmal Quellen ausfallen.
- Laufende Messungen während des Baus (etwa von Wassermenge, Temperatur und chemischen Werten) machen Veränderungen frühzeitig sichtbar. So kann rasch reagiert und die Bauweise angepasst werden.
- Das Monitoring dokumentiert den Ausgangszustand und die natürlichen Schwankungen der Quellen. Dadurch können mögliche Veränderungen während der Bauphase frühzeitig erkannt und hinsichtlich eines möglichen Zusammenhangs mit den Bauarbeiten fachlich bewertet werden.
Wie wird gemessen?
Mit der sogenannten Kübelmessung wird ermittelt, wie viel Quellwasser in einer bestimmten Zeit zufließt (angegeben in Liter pro Sekunde). Zusätzlich werden mit einem mobilen Messgerät die physikalischen Eigenschaften des Wassers erfasst: Temperatur, elektrische Leitfähigkeit und pH-Wert.
Verbesserung der Wasserversorgung am Larcherberg
Gemeinsam mit dem Bodenverbesserungskonsortium (BVK) Larcherberg hat Alperia ein Konzept erarbeitet, welches die Wasserversorgung am Larcherberg sowohl während der Bauphase als auch langfristig sichert: Das bestehende Verteilnetz am Larchernetz wird ausgebaut und eine zusätzliche Quelle unterhalb der Kühbergalm erschlossen. Mit dem Wasser wird während der Bauphase die Baustelle am Larcherberg mit Wasser versorgt und gleichzeitig eine unmittelbar bereitstehende Ersatzwasserversorgung für den Fall der Beeinträchtigung von Quellen zur Verfügung gestellt. Dadurch kann von Anfang an eine zuverlässige Ersatzversorgung sichergestellt werden. Nach Abschluss der Arbeiten werden die neu errichteten Anlagen dem Konsortium zur weiteren Nutzung und Verwaltung übergeben.
Potenzielle Erweiterung der Trink-, Not- und Brauchwasserversorgungsanlage am Larcherberg.
Was passiert, wenn dennoch eine Quelle ausfällt?
Die Verbesserung der Wasserversorgung am Larcherberg wie oben beschrieben, ist darauf ausgelegt, dass bei Ausfallen einer Quelle eine alternative Trinkwasserversorgung bereits besteht.
Wie wird die Geologie erkundet?
Das Untersuchungsprogramm umfasst mehrere Schritte: Geologen nehmen seit Frühjahr 2025 Erhebungen im Gelände vor. Ab Herbst 2025 kamen Erkundungsbohrungen , Baggerschürfe und geoseismische Messungen hinzu. Ergänzt wird das Ganze durch die geologische Kartierung (CARG). Die Erkundungen laufen über die Jahre 2025 und 2026.
Wozu dienen die Ergebnisse?
Mit den Erkundungsbohrungen entsteht ein zuverlässiges Bild vom Untergrund. Dieses Bild ist die Grundlage für die Planung aller Bauarbeiten – sowohl über als auch unter der Erde.
Bisherige Erkenntnisse
Auf Grundlage der bisher durchgeführten Untersuchungen sowie der vorliegenden Informationen und Daten konnte ein erstes geologisches Modell des Untersuchungsgebiets erarbeitet werden. Die bisherigen Erkenntnisse zeigen, dass die bevorzugte Trasse nach aktuellem Kenntnisstand außerhalb relevanter Störungssysteme, tektonischer Linien und geologisch instabiler Bereiche liegt. Angetroffen wurden vor allem Paragneise, Glimmerschiefer, Amphibolite, Orthogneise und Moränenablagerungen. Das Ausbruchmaterial kann wiederverwertet werden, beispielsweise als Zuschläge für Beton oder für weitere Bau- und Gestaltungsmaßnahmen vor Ort. Dadurch lässt sich auch der Güterverkehr signifikant reduzieren.