Welche Varianten wurden untersucht? 

Wie wurde nach der besten Lösung gesucht?

Zur Entwicklung der Projektidee eines Pumpspeicherkraftwerks mit 400 MW Leistung, wurden mehrere mögliche Trassenführungen und Anlagenkonzepte untersucht und miteinander verglichen. Alperia analysierte zunächst vier mögliche Triebwasservarianten. Im Zuge des Bürgerrats und der Arbeitsgruppe wurden Vorschläge aus der Bevölkerung sowie aus dem Bürgerinnen- und Bürgerrat aufgenommen, geprüft und in die Bewertung einbezogen. Ziel war es, jene Lösung zu finden, die insgesamt die besten Ergebnisse erzielt.

Bewertet wurden insbesondere die technische Umsetzbarkeit, Geologie und Hydrogeologie, der Schutz von Quellen und Trinkwasser, Auswirkungen auf Bevölkerung und Tourismus, Umwelt- und Landschaftsaspekte sowie das energiewirtschaftliche Potenzial der Trassenvariante.

Ausgangspunkt der Trassenstudie war die technische Anforderung, dass das Pumpspeicherkraftwerk ganzjährig betrieben werden kann. Deshalb müssen sich die Einlaufbauwerke an beiden Stauseen nahe der tiefsten Punkte befinden, damit sie jederzeit unter Wasser liegen und der Betrieb unabhängig von den Wasserständen gewährleistet werden kann.

Warum werden nicht die bestehenden Anlagen genutzt? 
Auch die Nutzung bestehender Kraftwerke, Tunnel und Leitungen wurde untersucht. Die vorhandenen Kraftwerke St. Walburg und Kuppelwies sowie die bestehenden Anlagen sind jedoch nicht für die vorgesehenen Wassermengen und Drücke eines Pumpspeicherkraftwerks zwischen Arzkar- und Zoggler-Stausee ausgelegt. Statt der heutigen Wassermengen von rund 7,6 m³/s müssten bis zu 41,7 m³/s transportiert werden. Der deutlich größere Höhenunterschied zwischen den beiden Stauseen sowie die daraus resultierenden Wasserdrücke lassen eine Mitnutzung der bestehenden Anlagen nicht zu.

Zusätzlich wäre im Bereich Kuppelwies ein weiteres Unterwasserbecken erforderlich, damit der Pumpbetrieb unabhängig vom Wasserstand des Zoggler Stausees möglich wäre.

ulten

Bestehende Kraftwerksinfrastruktur zwischen Arzkar- und Zoggler Stausee mit neuem Pumpspeicherwerk

 

Ergebnis des Variantenvergleichs

Untersucht wurden die Hauptvarianten A, B, C und C2.

Die Projektvariante Larcherberg (Variante B) erzielt in der Gesamtbewertung die besten Ergebnisse. Ausschlaggebend sind die günstigen geologischen Verhältnisse, das geringste Risiko für bestehende Quellen sowie den Vorteil einer günstige Baulogistik: durch die Anordnung der Hauptbaustelle durch eine 2,5 ha große Auffüllungsfläche im Zogglerstausee westlich des Palenhofs, können die Baustellenverkehrswege auf ein Minimum reduziert werden. Dadurch entfallen Transporte von Material auf öffentlichen Straßen. Zudem verläuft die Trasse außerhalb von Trinkwasserschutzgebieten, die Zugangsstollen und Baustellen liegen außerhalb der Ortschaft und der kürzere Rückgabestollen reduziert das Risiko möglicher Wassereintritte in die Stollen und Kavernen.

variante larcherberg

Schematische Linienführung der Variante B „Larcherberg.

 

Die Varianten Schwemmalm–Kuppelwies mit Larcherberg (A und C) würden dagegen nahe am Siedlungsgebiet von Kuppelwies verlaufen und dort Baustellen sowie zusätzlichen Baustellenverkehr verursachen, der aus dem Materialtransport zwischen den Auffüllzonen am Zogglerstausee und der Baulogistikfläche im Bereich des Kavernenportals resultiert. Im Bereich des Skigebietes müsste während der Bauphase eine ganzjährig zu betreibende Baustelle entstehen, welche den Ski- und Sommerbetrieb der Schwemmalm stören würde. Zusätzlich wäre ein längerer Unterwasserstollen erforderlich, der auf dem Niveau des Zoggler Stausees verläuft. Dieser macht es erforderlich sowohl das Kuppelwieser Tal als auch ein wichtiges Quellschutzgebiet zu unterqueren, was Risiken für das Versiegen der Quellen, eine Beeinflussung des Talgrundwasserleiters, den Baufortschritt und für die Genehmigung des Projektes birgt.

variante A

Schematische Linienführung der Variante A „Schwemmalm – Kuppelwies mit Unterquerung des Larcherbergs.

 

Die Variante Schwemmalm–Kuppelwies mit neuem Speicherbecken (C2) würde zwar außerhalb des Quellschutzgebiets verlaufen, jedoch den Bau eines neuen Unterwasserbeckens beziehungsweise eines zusätzlichen Staudamms im Bereich von Kuppelwies erfordern.

variante c2

Schematische Linienführung der Variante C2 „Schwemmalm – Kuppelwies mit neuem Unterbecken.

 

Ein besonders wichtiger Bewertungsaspekt war der Schutz des Trinkwassers. Während die Varianten A und C das Quell- und Schutzgebiet von Kuppelwies queren würden, vermeiden die Varianten B und C2 dieses Risiko durch ihre Trassenführung außerhalb der sensiblen Bereiche.

Vorschläge aus Bevölkerung und Bürgerrat

Auch alternative Leitungsführungen und Projektansätze aus der Bevölkerung sowie dem Bürgerinnen- und Bürgerrat wurden umfassend untersucht und öffentlich vorgestellt. Sämtliche Vorschläge wurden hinsichtlich technischer Machbarkeit, Umweltverträglichkeit und Auswirkungen auf das Tal bewertet.

Die Variante Schwemmalm–Kuppelwies mit neuem Speicherbecken (C3): 
Diese Variante entspricht bis zum Kavernenkrafthaus jener der Variante „Schwemmalm-Kuppelwies mit Larcherberg“. Ab der Krafthauskaverne würde im Lockermaterial ein rund 4 km langer Rückgabestollen erreichtet werden müssen, damit die Wasserfassung am tiefsten Punkt des Zoggler Stausees mit dem Kavernenkrafthaus errichtet werden kann. Die letzten 2,5 Kilometer sollten  unterhalb des Seegrundes erfolgen. Die Hauptbaustelle mit einer Größe von 2,5 ha müsste in unmittelbarer Nähe des bestehenden Kraftwerks Kuppelwies errichtet werden. Von dieser Baustellenlogistikfläche müssten das Ausbruchmaterial bis zur Auffüllzone im Zoggler Stausee transportiert werden. Aus technischer Sicht birgt diese Variante während der Bauphase sehr große geologische und hydrogeologische Risiken, da der Aushub im Lockermaterial der Talsohle große Herausforderungen an die Wasserhaltung und an den Tunnelvortrieb stellt. 

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Schematische Linienführung der Variante C3 „Schwemmalm – Kuppelwies und Seeunterquerung.

 

Leitung durch das Kuppelwieser Tal
Aufgrund des hohen Wasserdrucks wären mehrere parallel verlaufende Leitungen erforderlich. Der dafür notwendige Arbeitsstreifen von mindestens 30 Metern Breite findet im Tal nicht ausreichend Platz. Zudem wären erhebliche Eingriffe in Landschaft, Geologie und Quellen zu erwarten.

variante ulten

Schematische Linienführung der Beteiligungsvariante entlang des Kuppelwieser Tals.