Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Alperia AG haben in ihren jeweiligen Sitzungen vom 31. März 2026 den neuen Industrieplan der Alperia Gruppe für den Zeitraum 2026-2028 genehmigt.
Marktumfeld: Elektrifizierung, Resilienz und neue Nachfrage
Das italienische und europäische Energiesystem tritt in eine strukturelle Phase ein, die durch eine zunehmende Elektrifizierung der Endverbräuche, eine starke Beschleunigung der digitalen Transformation sowie durch ein geopolitisches und makroökonomisches Umfeld gekennzeichnet ist, in dem die Resilienz des Systems zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird. Die Stromnachfrage wird mittel- bis langfristig weiter wachsen, getragen insbesondere durch die Verbreitung von Elektrofahrzeugen, Wärmepumpen, elektrifizierten Industrieprozessen sowie durch den Ausbau von Rechenzentren als zentrale Infrastrukturen der digitalen Wirtschaft.
Gleichzeitig nimmt die Energieintensität sowohl in der Industrie als auch im Gebäudesektor ab und wird zunehmend dekarbonisiert, auch dank Effizienzlösungen und dezentraler Erzeugung. Daraus ergibt sich ein stärker elektrifiziertes, zugleich aber auch komplexeres System, in dem das Management von Flexibilität sowie die Integration von Produktion, Netzen und Endnachfrage eine zentrale Rolle spielen.
Das Umfeld wird zusätzlich durch eine strukturelle Volatilität der Energiemärkte sowie durch einen sich wandelnden regulatorischen Rahmen geprägt, die eine Stärkung der industriellen Kompetenzen, des Risikomanagements und der Umsetzungsfähigkeit erfordern.
Investitionen: Produktion, Netze und Kunden
Der Industrieplan der Alperia Gruppe verdeutlicht, dass die Energiewende einen umfangreichen Investitionszyklus entlang der gesamten Wertschöpfungskette erfordert.Die Investitionen in erneuerbare Energien – insbesondere in Photovoltaik und Windenergie – werden mit hohem Tempo fortgesetzt und durch den Ausbau von Speichersystemen sowie von Flexibilitätslösungen ergänzt.
Die Stromnetze werden zur tragenden Säule des Energiesystems: Sie müssen neue Lasten aufnehmen, einen wachsenden Anteil nicht programmierbarer Produktion integrieren und auch unter extremen klimatischen Bedingungen Qualität und Sicherheit der Versorgung gewährleisten.
Der Markt für den Verkauf von Energie und Dienstleistungen an Endkunden erfordert einen zunehmend kundenorientierten Ansatz, der Familien und Unternehmen mit konkreten und zugänglichen Lösungen auf dem Weg zur Dekarbonisierung begleitet.
Für die Alperia Gruppe bedeutet dies die Einführung integrierter industrieller Modelle, die – unterstützt durch das Trading – erneuerbare Produktion, Netzinfrastrukturen und die Kundenbasis miteinander verbinden und sowohl angebots- als auch nachfrageseitige Flexibilität gezielt nutzen.
Die Vision von Alperia im neuen Marktumfeld
Vor diesem Hintergrund setzt Alperia ihren Entwicklungsweg mit einer klaren und kohärenten industriellen Vision fort, die auf den drei strategischen Säulen Innovation, Nachhaltigkeit und Konsolidierung basiert. Der Industrieplan steht in Kontinuität mit der Vision 2031 und bekräftigt den Anspruch, Südtirol zu einem fortschrittlichen Labor der Energiewende zu machen.
Die von Alperia „neu gedachte“ Energie entsteht aus der Fähigkeit, die Transformation des Systems – Wachstum der Stromnachfrage, zentrale Rolle der Netze, Bedeutung der erneuerbaren Energien und Bedarf an Flexibilität – integriert zu lesen und industrielle Entwicklung, Umweltschutz und Wertschöpfung für das Territorium miteinander zu verbinden.
Innovation: Hebel für nachhaltige Wertschöpfung
Innovation ist der zentrale Hebel, mit dem die Alperia Gruppe die Komplexität des Marktes in industriellen und gesellschaftlichen Mehrwert übersetzt. Die Gruppe investiert in den Ausbau der erneuerbaren Energien, in die Stärkung intelligenter Netze sowie in den Einsatz fortschrittlicher digitaler Lösungen für das Asset-Management.Die Digitalisierung der Prozesse, die Nutzung von Daten und Künstlicher Intelligenz sowie die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ermöglichen eine Steigerung der operativen Effizienz, der Servicequalität und der gesamtwirtschaftlichen Resilienz des Systems.
Nachhaltigkeit: Dekarbonisierung und Wert für das Territorium
Nachhaltigkeit bleibt das leitende Prinzip des industriellen Handelns der Alperia Gruppe. Der Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien, die Dekarbonisierung des Wärmesektors durch Fernwärme sowie die Begleitung der Endkunden in der Energiewende stützen sich auf die starke regionale Verankerung der Gruppe. Das Bekenntnis zum Net-Zero-Ziel bis 2040, die zentrale Rolle der Menschen sowie der kontinuierliche Dialog mit den lokalen Gemeinschaften festigen die Rolle von Alperia als natürlicher Partner der Energiewende im Territorium.
Konsolidierung: Industrielle Stärke und finanzielle Disziplin
In einem System mit hoher Kapitalintensität und wachsender Komplexität ist Konsolidierung eine strategische Entscheidung. Die Alperia Gruppe strebt eine Stärkung ihrer Position in den Regionen an, in denen sie tätig ist, verbunden mit finanzieller Disziplin, stabilen Cashflows und einem selektiven Investitionsansatz.
Ein integriertes Betriebsmodell entlang der Wertschöpfungskette sowie die technologische Diversifizierung der Stromproduktion tragen dazu bei, Risiken zu reduzieren und den Herausforderungen des Marktes mit Solidität zu begegnen.
Wirtschafts- und Finanzziele
Für den Zeitraum 2026-2028 erwartet die Gruppe ein kumuliertes EBITDA von knapp 1,1 Milliarden Euro sowie Gesamtinvestitionen von rund 750 Millionen Euro. Im Einzelnen sind folgende Investitionen vorgesehen:
- rund 350 Millionen Euro in die Produktion, davon 150 Millionen Euro in erneuerbare Energien außerhalb der Wasserkraft (Windkraft, Photovoltaik, BESS);
- und 270 Millionen Euro in Infrastrukturen, davon etwa 150 Millionen Euro in Stromnetze, rund 70 Millionen Euro in Wärme und Services, etwa 35 Millionen Euro in nachhaltige Mobilität sowie rund 10 Millionen Euro im Corporate-Bereich, insbesondere in IT-Infrastrukturen und Gebäude;
- rund 90 Millionen Euro im Verkauf, mit dem Ziel, bis 2028 800.000 Kunden zu erreichen;
- rund 40 Millionen Euro in Energieeffizienz und Energiewende.
Die Nettofinanzposition wird zum Ende des Jahres 2028 auf rund 560 Millionen Euro geschätzt, bei Beibehaltung einer langfristigen Verschuldungs-Guidance von unter 2,0x EBITDA (Wert am Ende des Plans).
Über das Jahr 2028 hinaus werden die geplanten Investitionen in erneuerbare Energien, Netze und Services ein stetiges und diversifiziertes EBITDA-Wachstum ermöglichen und die industrielle und finanzielle Solidität der Gruppe weiter stärken.